Wien
    

Laktose-Intoleranz

Milch tut nicht immer gut

Völlegefühl, Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall oder eventuell sogar Erbrechen nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten sind deutliche Hinweise auf die so genannte Laktose-Intoleranz, die Unverträglichkeit von Milchzucker. "Der Grund dafür ist ein Mangel oder das Fehlen eines Verdauungsenzyms, der Laktase. Die Unverträglichkeit tritt meist in späteren Lebensjahren auf, da die Verträglichkeit von Milchzucker durch selteneren Milchgenuß mit dem Alter abnimmt. Sie kann aber auch angeboren sein", sagt Dr. Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

Der Organismus kann nicht den Milchzucker, sondern nur dessen Bausteine aufnehmen. Das Enzym Laktase zerlegt den Milchzucker in diese Bestandteile. Fehlt Laktase, wird der Milchzucker nicht zerlegt und verursacht die Beschwerden.

Diagnostiziert wird die Laktose-Intoleranz meist durch einen Belastungstest. Dabei wird Milchzucker in Tee oder Wasser aufgelöst, getrunken und danach der Anstieg des Blutzuckers gemessen. Bei einem anderen Test wird ebenfalls Laktose getrunken und danach der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Auch kann eine aus dem Darm entnommene Gewebeprobe auf Laktaseaktivität untersucht werden.

"Als Therapie wird empfohlen, Milchprodukte zu meiden und den Laktasemangel durch Medikamente auszugleichen. Jedoch stellt auch die vorsichtige Wiedergewöhnung an Milchprodukte eine Therapiemöglichkeit dar, da ein völliger Verzicht auf Milch oder Milchprodukte Nachteile hat. Milch enthält eine Reihe notwendiger Nährstoffe, wie etwa Kalzium oder Vitamin D. Wird zu wenig Kalzium aufgenommen, nimmt die Knochensubstanz schneller ab. Nach Rücksprache mit dem Arzt müssen Kalziumpräparate verabreicht werden", so Feinböck.

Die Beschwerden verschwinden dann meist recht rasch. Die geeigneten Lebensmittel sind in eigenen Listen zusammengefasst. Nach ein bis zwei Wochen absoluter Laktosemeidung kann die individuelle Toleranz ausgetestet werden. Feinböck: "Die Therapie mit Laktasepräparaten ist besonders in den USA üblich. Allerdings wirken die Präparate nicht bei jedem Patienten gleich gut", so Feinböck.