Wien
    

Kopfläuse

Unbeliebte Mitbewohner

Als Mitbringsel aus dem Urlaub können sie in den besten Familien vorkommen und sind sicher nicht für arme, schmutzige oder vernachlässigte Kinder typisch - die Kopfläuse. Die weltweit verbreiteten Parasiten übertragen keine Krankheiten, können aber durch ihren Stich unangenehmen Juckreiz auslösen. "Um die Läuse wieder los zu werden, ist vor allem Konsequenz wichtig", sagt Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.

Läuse vermehren sich zuerst auf dem Kopf eines Menschen. Erst durch engen Kontakt mit einem anderen Menschen, über Kleidungsstücke, Kämme oder gepolsterte Sitzlehnen und Kopfstützen in Autos, werden sie verbreitet. Slatin: "Das kann in Schulen oder Kindergärten dann passieren, wenn etwa Schals oder Mützen neben- oder aufeinander liegen."

Lästiger Juckreiz ist typisch für Läusebefall. Slatin: "Läuse lassen sich mit bloßem Auge leicht erkennen. Die bevorzugten Plätze der Läuse sind hinter den Ohren, im Nacken oder in der Umgebung der Schläfen." Die weißen Larven sitzen am Haaransatz nahe der Kopfhaut und lassen sich nicht wie Schuppen leicht entfernen. "Entdecken Sie bei Ihrem Kind Läuse, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sollte eine Behandlung mit speziellen Präparaten abgeklärt werden", so Slatin. Die Betroffenen werden mit Insektiziden oder Shampons behandelt. Schwangere oder stillende Frauen sollten ihre Haare mit einer Mischung aus drei Esslöffeln Essig und einem Liter Wasser spülen und gut durchkämmen.

Es genügt nicht, nur die Haare von den Läusen zu befreien. Slatin: "Haarschmuck, Bürsten oder Kämme sollten vernichtet bzw. ausgekocht werden. Für Bettzeug, Handtücher, Kopfkissen, Hauben, Kleidungsstücke oder Kuscheltiere genügt eine Wäsche bei 60 Grad. Oder man legt die Sachen für eine Stunde in einen heißen Backofen oder in einen Wäschetrockner. Es reicht auch, die Gegenstände bei weniger als zehn Grad für 24 Stunden im Kühlschrank zu lagern." Teppiche, Polstermöbel oder Autositze werden abgesaugt oder mit einem Antiläusespray besprüht. "Zwei Tage nach Behandlungsbeginn sollte der Erfolg zum ersten Mal kontrolliert werden, nach acht Tagen ein zweites Mal. Bei Bedarf sollte erneut behandelt werden", schließt Slatin.

 

 

Infoboxen:



Hygiene

Ob jemand Kopfläuse bekommt oder nicht, hängt nicht von der Hygiene ab. Jeder - Kinder oder Erwachsene - kann Köpfläuse bekommen, da diese leicht übertragbar sind. Es bedarf aber großer hygienischer Anstrengungen, damit man die Kopfläuse wird los wird.



Haare

Die Nissen, also die Eier der Läuse, solltenmit einem besonders feinen Kamm ausgekämmt werden. Gerade für Mädchen mit langen Haaren ist das eine unangenehme Angelegenheit. Die Haare abschneiden funktioniert natürlich auch, ist aber nicht unbedingt notwendig.



Shampoos

Um Kopfläuse zu bekämpfen kann man sich mit Spezial- shampoos die Haare waschen. Diese Spezialshampoos sind in Apotheken erhältlich.



Temeperaturen:

Kopfläuse vertragen weder hohe noch niedrige Temperaturen. Bettzeug, Hauben, Schals, Bekleidungs-gegenstände, Bettwäsche usw. entweder über 60 Grad waschen oder über die Nacht ins Freie hängen, sofern die Temeperaturen unter 10 Grad betragen.



Kinder / Schule

Kinder, die bereits von Läusen befallen wurden, sollen zu Hause bleiben, damit sich Läuse nicht auf andere Kinder übertragen. Es dauert ca. eine Woche, bis die Läuse erfolgreich bekämpft sind.

Es sind weniger als 1% der Schulkinder von Kopfläusen betroffen.



andere Krankheiten

Andere Krankheiten werden von den Kopfläusen kaum übertragen. Früher einmal wurde Fleckfieber von den Kopfläusen übertragen. Diese Krankheit gilt aber als ausgestorben.