In Österreich sind mehr als 3.000 Menschen davon betroffen. "Es gibt gewisse Faktoren, die das Risiko einer Glaukomerkrankung steigern. Die Krankheit selbst kommt schleichend und wird oft zu spät erkannt. Richtig behandelt bedeutet ein Glaukom aber keinerlei Einschränkungen für das Leben eines Betroffenen", sagt Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.
Blutsverwandte von Glaukomkranken, stark Kurzsichtige und Diabetiker sind besonders gefährdet. Doch nicht nur sie sollten regelmäßig zum Augenarzt gehen. Slatin: "Mit zunehmendem Alter ist ein Glaukom bei jedem möglich. Um Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, den Augendruck, das Gesichtsfeld und den Sehnervenkopf regelmäßig untersuchen zu lassen. Ab dem 40.Lebensjahr sollte jeder mindestens einmal jährlich zum Augenarzt gehen."
Ein Glaukom entsteht durch mehrere Faktoren. Am häufigsten lässt sich ein Glaukom auf einen erhöhten Augeninnendruck zurückführen. Druck im Augeninneren ist notwendig, damit das Auge seine Form behält. Der Druck wird durch das "Kammerwasser" gebildet. Wird davon zu viel gebildet oder kann es nur schlecht abfließen, erhöht sich der Druck. Der ständig erhöhte Druck schädigt den Sehnerv, wird aber vom Erkrankten nicht bemerkt. "Unbehandelt droht Erblindung", so Slatin.
Behandelt wird ein Glaukom durch Medikamente. Augentropfen hemmen die Bildung von Kammerwasser, andere Medikamente lassen das Kammerwasser über andere Wege abfließen. Immer wichtig bei der Verwendung von Tropfen ist es, den Zeitpunkt des Eintropfens genau einzuhalten. Andere Möglichkeiten der Behandlung sind Lasertherapien oder Operationen, bei denen künstliche Abflussmöglichkeiten für das Kammerwasser geschaffen werden.
Seltener kommt ein Glaukomanfall vor. Symptome sind Schleiersehen, tränende rote Augen, Kopfschmerzen und plötzliche, starke Übelkeit. Unbehandelt führt ein derartiger Anfall sehr rasch zur Erblindung. Slatin: "Gehen Sie regelmäßig zum Augenarzt. Ein Glaukom kann unbehandelt zur Erblindung führen. Einmal erkannt, lässt es sich aber sehr gut behandeln. Das Leben kann ohne große Änderungen wie bisher fortgesetzt werden."