Wien
    

Depression

Latente Konflikte, die krank machen

Symptome wie Niedergeschlagenheit, Unlust, schlechter Schlaf, Angst oder sogar Gedanken an Selbstmord sind typisch für Depressionen. Gut oder schlecht gelaunt ist jeder, bei einer Depression gibt es jedoch extreme Ausprägungen. "Die Ursache dafür liegt entweder in der Lebensgeschichte des Patienten oder in ungelösten Konflikten. Oft ist die Ursache einem selbst gar nicht bewusst", sagt Dr. Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

Die meisten Depressionen werden im Alter zwischen 30 und 35, sowie zwischen 50 und 70 Jahren registriert. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Eine Depression tritt immer wieder auf. Solche Krankheitsphasen können Wochen oder sogar Monate dauern.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Feinböck: "Es kann eine Neigung dafür in der Familie geben. Aber auch Krankheiten, die das Gehirn oder andere Organe befallen, können Depressionen auslösen. Weitere Auslöser sind aber auch Medikamente, Drogen, Alkohol, ein sehr einschneidendes Erlebnis oder auch Stress durch große berufliche Belastung."

Um Depressionen gar nicht entstehen zu lassen, hilft es manchmal, sich bewusst mit bestimmten Situationen auseinander zu setzen. Feinböck: "Intensives Nachdenken über sich selbst hilft, erfolgreiche Strategien zu entwickeln, mit denen innere Konflikte bewältigt werden können. Dafür gibt es Kurse, in denen ‚Konfliktmanagement' gelernt werden kann."

Wer schon an Depressionen leidet, kann selbst meist nicht viel dagegen tun. Er ist vielmehr auf die Unterstützung von Angehörigen angewiesen. Zuneigung ist gefragt, viel Liebe und Verständnis. "Manchmal bringt schon ein Gespräch über Depressionen Erleichterung. Ist aber einmal das Alltagsleben durch Depressionen beeinträchtig, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann pflanzliche Mittel, wie etwa Johanniskraut, oder in schwereren Fällen auch Antidepressiva verschreiben", so Feinböck.

Daneben ist aber auch eine psychotherapeutische Behandlung wichtig. Mit ihr kann der Ursache einer Depression auf den Grund gegangen werden. Feinböck: "Es ist kein persönliches Versagen, sich bei der Hilfe von seelischen Problemen auf die Hilfe anderer zu verlassen. Es ist vielmehr eine Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln und gesund zu bleiben oder zu werden."