AkupunkturFernöstliche Behandlungsmethode
Sie ist wohl die bekannteste Behandlungsmethode chinesischer Medizin. Viele Ärzte und Heilpraktiker der so genannten Schulmedizin wenden sie mittlerweile auch an: die Akupunktur. "Was aber seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin angewendet wird, ist bei uns nicht wirklich akzeptiert. Dies vor allem deswegen, weil die Wirkung mit herkömmlichen medizinischen Tests wissenschaftlich nicht erklärbar ist", sagt Dr. Alexandra Strampfer vom Österreichischen Roten Kreuz.
Akupunktur beruht auf der Ansicht des Yin und Yang. Yin, das weibliche, empfangende Prinzip, und Yang, das männliche, aktive Prinzip, bilden die Lebenskraft, das "Energie-Ch'i". Yin und Yang sind bestimmte Bahnen zugeordnet, die so genannten Meridiane. Auf diesen fließen sie durch den Körper. Ist das Gleichgewicht von Yin und Yang gestört oder sind die Meridiane blockiert, entstehen Krankheiten. Durch das Setzen gezielter Nadelstiche auf Punkten entlang der Meridiane kann Heilung erzielt werden.
Strampfer: "Die Anwendungsgebiete der Akupunktur sind vielfältig. Ein Schwerpunkt liegt in der Schmerztherapie, zum Beispiel bei Kopfschmerz oder Migräne, Verspannungen oder Schmerzen nach Operationen. Es können aber auch das Immunsystem gestärkt, Allergien vermindert oder gynäkologische sowie urologische Beschwerden gelindert werden. Grundsätzlich folgt Akupunktur der Richtlinie 'Was gestört, aber nicht zerstört ist, kann geheilt werden'.
Nicht angewendet werden sollte Akupunktur bei akuten Entzündungen, schweren psychischen Erkrankungen, bei unklaren Diagnosen oder Kindern unter sieben Jahren. Vorsicht ist bei Schwangeren geboten, denn bestimmte Punkte lösen Wehen aus. "Üblich sind zehn Behandlungen. Das hängt aber von Schwere und Dauer der Erkrankung ab. Bei der klassischen Akupunktur werden hauchdünne Stahlnadeln einige Millimeter in die Haut eingestochen", sagt Strampfer.
Patienten stehen der Akupunktur oft skeptisch gegenüber. Wenn man aber das Auslösen des "Ch'i", die erste Wirkung und Besserung spürt, so treten an Stelle des Zweifels oft Erstaunen und Begeisterung. Strampfer: "Akupunktur ist kein Ersatz für westliche Medizin. Sie sollte aber als zusätzliche Heilmethode beachtet und nicht unterschätzt werden."
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