Wien
    

Akne

Wenn die Hormone toben

Sie gehoert wohl zu den unangenehmeren Begleiterscheinungen der Pubertaet: Akne, die haeufigste Hauterkrankung unter Jugendlichen. Burschen sind haeufiger und staerker davon betroffen als Maedchen. Aber auch Erwachsene koennen unter Akne leiden. "Betroffen sind meistens Gesicht, Brust, Ruecken und Schultern, wobei die Akne auf einzelne dieser Bereiche beschraenkt sein kann", erklaert Dr.Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Oesterreichischen Roten Kreuzes.

Es gibt mehrere Ursachen fuer Akne. Eine Hormonumstellung, wie sie waehrend der Pubertaet, der Periode oder einer Schwangerschaft geschieht, ist eine der haeufigsten Ursachen. Aber auch bakterielle Infektionen, zu stark fetthaltige Kosmetik, Medikamente, Chemikalien, Vererbung oder langanhaltende seelische Spannungen koennen eine Rolle spielen. Slatin: "Umstritten ist, ob auch die Ernaehrung zu Akne fuehrt. Ausloeser ist jedenfalls eine erhoehte Talgproduktion, gekoppelt mit verstopften Hautporen. In der Pubertaet produziert der Koerper bei Maedchen und Burschen vermehrt maennliche Geschlechtshormone (Androgene). Diese sorgen fuer eine erhoehte Aktivitaet der Talgdruesen. Besonders Testosteron, das staerkste maennliche Hormon, foerdert die Talgproduktion. Je nachdem wie empfindlich die Talgdruesen sind, reagiert man darauf mit fettigem Haar, glaenzender Haut oder eben auch mit Akne."

Eine aknegeeignete, mild desinfizierende Seife oder Lotion schafft Abhilfe. "Die Haut sollte zweimal taeglich damit gewaschen werden", sagt Slatin. "Antiseptische oder austrocknende Cremen helfen ebenso wie zahlreiche Medikamente auf Empfehlung eines Arztes. Sonnenlicht kann Akne lindern, eine spezielle Akne-Kosmetik die Entstehung verhindern." Keinesfalls sollten Mitesser ausgedrueckt werden. Der entzuendliche Talg werde dabei nicht nur aus der Haut gepresst, sondern auch in tiefere Hautschichten. Die Entzuendung koenne sich dann weiter ausbreiten. Einziges Ergebnis sei dann, dass sich die Akne verschlimmert. "Ausserdem koennen dadurch haessliche Narben entstehen", warnt Slatin.

Besteht Akne trotz laengerer Behandlung weiter, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Slatin: "Ist Akne nach etwa einem halben Jahr nicht abgeklungen, gibt es starke Entzuendungen oder gar Vereiterungen oder ist die Akne hormonell bedingt, dann sollte die Haut von einem Arzt behandelt werden."