Wien

10 Jahre nach dem Gentechnik-Volksbegehren

Foto: Broschüre "Essen ohne Gentechnik" - Tipps und Rezepte für den Alltag

Foto: Broschüre "Essen ohne Gentechnik" - Tipps und Rezepte für den Alltag

 Wien (RK). Über 1,2 Millionen Menschen haben vor 10 Jahren das Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben und damit der Gentechnik auf Österreichs Feldern und Tellern eine klare Absage erteilt. "80 Prozent der ÖsterreicherInnen wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel, auch die Landwirte lehnen Gentechnik ab. Die heimischen Felder sind gentechnikfrei.

Auf EU- Ebene läuft die Entwicklung aber leider in die falsche Richtung", so Umweltstadträtin Ulli Sima am Mittwoch, die im Jahr 1997 als Molekularbiologin bei der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 am Volksbegehren beteiligt war. Österreich war stets der Motor der Anti-Gentechnik-Bewegung auf EU-Ebene und hat es geschafft, mit Verbündeten den Vormarsch der Gentech-Lobby zu bremsen, wenngleich die EU-Kommission leider heute auf dem falschen Weg ist. "Jedes Land muss in der Europäischen Union die freie Wahlmöglichkeit haben, die KonsumentInnen müssen frei entscheiden können. Die Risken der gentechnisch veränderten Organismen für Mensch und Umwelt sind nach wie vor unabschätzbar", betont Sima.
 

Wien: Plattform "Freiwillig ohne Gentechnik" und strenges Vorsorgegesetz

Als in Wien für die Landwirtschaft zuständige Umweltstadträtin Sima verweist in diesem Zusammenhang auf die Initiativen vieler österreichischer Bundesländer, um die lokale Landwirtschaft vor der Gentechnik zu schützen. Wien hat sich in diesem Zusammenhang für eine "Doppelstrategie" entschieden. Zum einen wurde ein strenges Gentechnik-Vorsorgegesetz erlassen, zum anderen die Allianz "Freiwillig ohne Gentechnik" gegründet, eine Plattform der Stadt Wien, der Wiener Landwirtschaftskammer und der LGV, zu dessen Beitritt die Wiener Gärtner und Landwirte eingeladen sind. Sie verpflichten sich damit zum freiwilligen Verzicht auf gentechnisch verändertes Saatgut.

In Wien werden jährlich 50.000 Tonnen frisches Gemüse produziert, neben der hohen Qualität ist die Gentechnikfreiheit ein zusätzliches positives Kriterium für die Konsumenten", so Sima. Sie fordert, die österreichischen Felder auch künftig gentechnikfrei zu halten.
 

Neue Broschüre "Essen ohne Gentechnik"

Als Service für Konsumentinnen und Konsumenten gibt es von der Stadt Wien nun eine druckfrische Broschüre zum Thema Gentechnik. Neben einem Überblick über die 10 Jahre nach dem Gentechnikvolksbegehren gibt es Informationen über die aktuellen Entwicklungen, daneben viele praktische Tipps für den täglichen Einkauf und zahlreiche köstliche Rezepte - für den Genuss ohne Gentechnik. Sie ist kostenlos unter 01/4000-81 346 oder kontakt@natuerlich.wien.at zu bestellen oder ab morgen unter Broschüre und Rezepte zu "Essen ohne Gentechnik" abrufbar.
 



Rückfragehinweis:

Mag. Anita Voraberger
Mediensprecherin StR. Mag. Ulli Sima
Tel.: 01- 4000/81 353 , Handy: 0664/16 58 655
E-Mail: vor@ggu.magwien.gv.at

(RK vom 04.04.2007)
 



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