OsteoporoseVorbeugen ist das wichtigste
Ob Krankheit oder "nur" altersbedingter Prozeß - in jedem Fall gilt die Osteoporose, der vermehrte Abbau von Knochenmasse, als Volkskrankheit. 60 Prozent der Frauen nach dem Klimakterium sind gefährdet, mindestens zehn Prozent der Männer ab 65 können ebenfalls von Knochenschwund betroffen sein.
Die Folgen sind nicht zu übersehen: In Europa werden pro Jahr etwa 400.000 Oberschenkel- halsfrakturen, 270.000 Wirbelbrüche und 340.000 Armfrakturen auf Osteoporose zurückgeführt. Etwa 20 Prozent dieser Patienten sterben innerhalb eines Jahres.
"Obwohl es in letzter Zeit einige Erfolge bei der Behandlung von Osteoporose mit Medikamenten gegeben hat, ist die richtige Vorbeugung immer noch am wichtigsten", sagt Dr. Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. "Eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung (Milchprodukte, Spinat, Brokkoli, Lachs, Hering), viel Bewegung und Sonne sowie möglichst wenig Alkohol und Nikotin verringern das Risiko, unter Knochenschwund leiden zu müssen."
Diese Lebensweise und Ernährung sei für beide Phasen wichtig, in denen die Entstehung von Osteoporose beeinflußt werden kann, so Dr. Slatin. In der ersten Phase werde bis zu einem Alter von etwa 35 Jahren der Aufbau von möglichst viel Knochenmasse unterstützt. In der zweiten Phase, geprägt durch zahlreiche, oft altersbedingte Risikofaktoren, wie etwa Hormonmangel nach dem Klimakterium, Stoffwechselerkrankungen oder bestimmte Medikamententherapien, könne dem Abbau von Knochenmasse entgegengewirkt werden.
Interessierte und Patienten können sich in speziellen "Osteoporose-Sprechstunden" bei den orthopädischen Fachärzten über Vorsorge, Diagnose- oder Therapiemöglichkeiten informieren. |